AGI sieht Anlagechancen bei High Yield-Unternehmensanleihen
(aav) Eine aktuelle Untersuchung von Allianz Global Investors zeigt, dass die infolge der Schuldenkrise in der Eurozone gestiegene Risikoaversion attraktive Anlagechancen bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen eröffnet.
Laut einer aktuellen Untersuchung von Allianz Global Investors zu High Yield-Anleihen beeinflusst die gesunkene Bonität zahlreicher Eurostaaten, deren Anleihen bis dato als „risikolos“ galten, die Wahrnehmung der Risiken börsennotierter Unternehmen und deren Anleihen. Heute bietet der Markt für High Yield-Anleihen ansehnliche Renditeaufschläge, die aktuell noch etwas höher liegen, als zu Beginn 2011.
Gleichzeitig ist die Volatilität solcher Anleihen trotz einer niedrigen Ausfallrate sehr ausgeprägt. Nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) lag die Ausfallrate für die zurückliegenden zwölf Monate bei rund 1,6%. Die Erwartungen für das nächste Jahr wurden kürzlich auf 6% in ihrem Basisszenario bzw. 8,4% in ihrem Worst-Case-Szenario nach oben korrigiert, diese liegt aber immer noch deutlich unter den 2009 erreichten Höchstwerten.
Olivier Gasquet, Kapitalmarktanalyst bei AllianzGI und Autor der Publikation hebt hervor, dass High Yield-Unternehmensanleihen weniger auf Zinsschwankungen reagieren als Staatsanleihen; Anleger sollten daher stärker auf mögliche Änderungen der Bonität des Emittenten achten. Die im Vergleich zu Staatsanleihen höhere Volatilität und geringere Liquidität von High Yield-Anleihen macht diese anfälliger in schwierigen Marktphasen, so dass die Marktbewertungen teils erheblich von den Fundamentaldaten abweichen.
Alexandre Caminade, Chief Investment Officer für Unternehmensanleihen Europa bei Allianz Global Investors, sagt: „Der technische Ausblick für High Yield-Anleihen erscheint bei einem gegenwärtigen Zinsaufschlag von 700 Basispunkten durchaus attraktiv. Dieser Aufschlag impliziert eine über fünf Jahre kumulierte Ausfallrate von 43%, während der langfristige Durchschnitt für Anleihen mit einem B-Rating bei nur 17% (Quelle: Standard & Poor‘s) liegt. Das bedeutet, dass der Markt derzeit das Ausfallrisiko
überbewertet. Außerdem ist das Refinanzierungsvolumen von High Yield-Emittenten in 2012 mit
insgesamt 6,9 Mrd. Euro vergleichsweise gering, was sich positiv auf der Nachfrageseite auswirken
dürfte.“
„Eine sorgfältige Titelauswahl ist wichtiger denn je. In Bezug auf Banken, zyklische Werte und
Emittenten aus der Euro-Peripherie bleibe ich daher vorsichtig. Ich bevorzuge stabile und nichtzyklische
Branchen, wie Nahrungsmittelhersteller, Gesundheit sowie Telekommunikations- und
Kabelanbieter, die auch in einem schwierigen Umfeld Cash-Flows erwirtschaften. Die jüngsten
Bonitäts-Herabstufungen einiger Euro-Länder kamen nicht überraschend und wurden bereits
eingepreist. Portugal ist damit von Investment Grade auf High Yield herabgestuft worden.”
Alexandre Caminade ist Portfoliomanager des Fonds „Allianz Euro High Yield Bond“ und wird dabei von
vier spezialisierten High Yield-Analysten sowie einem Team von elf Anlagespezialisten unterstützt. Der
Fokus des Portfolios liegt gegenwärtig auf Anleihen höherwertiger Bonität mit einem „BB“-Rating, nur
ein Viertel ist in Unternehmen mit einem Rating von „B“ investiert.
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